Bisher hast Du unzählige Bewerbungen verschickt, doch es kommen nur Absagen zurück? Dabei hast Du Dir doch (aus Deiner Sicht) so viel Mühe gegeben. Dabei kann es schon vorkommen, dass Dich Selbstzweifel plagen oder Du frustriert bist. Dir kommen unzählige Gründe in den Sinn, warum Deine Bewerbungsunterlagen scheinbar nicht gut ankommen. Bei einigen davon, könntest Du sogar recht haben. Welche das sind, und wie Du diese in Zukunft vermeidest, zeige ich Dir in diesem Beitrag auf.
Ganz klar, die Gründe für eine Bewerbungsabsage sind sehr vielfältig. Auf viele kannst Du keinen Einfluss nehmen, sie liegen ausserhalb von Deinem Wirkungsbereich.
Hier möchte ich Dir 8 Gründe nennen, die Du selbst gut steuern kannst. Welche das sind, erfährst Du in diesem Artikel.
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Der Halo‒Effekt besagt, dass es keine zweite Chance auf den ersten Eindruck gibt. Und ich bestätige diese Aussage.
Wissenschaftliche Studien besagen, dass es nur 0,3 bis 7 Sekunden dauert, bis wir uns einen ersten Eindruck von einer Person gemacht haben.
Schön und gut, aber was heisst das nun für Deine Bewerbungsunterlagen?
Das Erste, was Personaler sehen, ist der visuelle Eindruck Deiner Bewerbung.
Egal, wie Dein Bewerbungsdossier erstmal inhaltlich aussieht: Setze auf visuelle Elemente.
Bestimmt kannst Du Dir vorstellen, wie viele Bewerbungen täglich das Postfach eines Unternehmens erreichen.
Aus diesem Stapel müssen Deine Bewerbungsunterlagen herausragen. Saubere, ansprechend gestaltete Unterlagen, werden viel eher beachtet als langweilige Standardlebensläufe in tabellarischer Form.
Ist Deine Bewerbungsmappe jedoch ein Eyecatcher, so wirst Du auch eher in Erinnerung bleiben.
Mit einer professionellen Bewerbungsvorlage machst Du den perfekten ersten Eindruck.
Damit wirst Du eher zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und vermeidest eine weitere Bewerbungsabsage.
2. Langweilige Bewerbungsunterlagen als Grund für Bewerbungsabsage
Oft möchten Bewerbende leider ein allgemeines Bewerbungsschreiben. Doch wie der Name es schon sagt, handelt es sich dabei um ein allgemein verfasstes Dokument.
Niemand möchte sich fühlen, als wäre er nur eine Nummer, die eine Zuschrift erhält, die schon zig andere davor erhalten haben.
Sobald der Adressat also merkt, dass Du ihm Bewerbungsunterlagen geschickt hast, die auch schon andere Unternehmen bekommen haben, schwindet das Interesse.
Dies gilt sogar als Absagegrund Nummer eins unter Recruitern.
Bevor Du also Dein Bewerbungsschreiben verfasst, recherchiere gründlich:
Was macht das Unternehmen aus?
Wofür steht es?
Warum begeistert Dich das Unternehmen oder die Stelle?
Was qualifiziert Dich für den Job?
Nachdem Du die wesentlichen Informationen über Deinen potenziellen Arbeitgeber gesammelt hast, geht es nun darum, Deine Bewerbungsunterlagen auf die Wunschfirma und die Stelle anzupassen.
Hast Du im Zuge Deiner Recherchen etwa herausgefunden, dass Teil der Unternehmenskultur ist, dass sich alle per Du ansprechen, solltest Du das auch in der Bewerbung so gestalten.
Gleiches gilt im Übrigen auch für die Sprache: Ist das Stelleninserat in Englisch, dann sollten Dein Lebenslauf und Dein Bewerbungsschreiben auch in Englisch verfasst sein.
Wenn Du hier noch die Extra-Meile gehen willst, kannst Du Deine Bewerbungsunterlagen in beiden Sprachen, also Deutsch und Englisch, einreichen.
Behalte auch die Branche immer im Auge. Bewirbst Du Dich bei einer Marketing-Agentur, wirst Du mit einer anderen Ausdrucksweise punkten als in einer Anwaltskanzlei. Wenn Du Deine Bewerbungen verfasst, gehe also von Anfang an mit einer Bewerbungsstrategie vor.
Lass oldschool Floskeln weg, die bereits vor 30 Jahren ihre Gültigkeit verloren haben.
Du möchtest keine Bewerbungsabsage kassieren, weil Du aus falscher Höflichkeit altbacken und konservativ wirkst.
Auch Floskeln wie „Ihr Inserat hat mein Interesse geweckt“, kannst Du Dir sparen.
Es liegt doch auf der Hand und vielmehr interessiert den Recruiter, warum das Jobangebot Dich interessiert und zu Dir passt.
3. Beinhaltet dein Lebenslauf unnötige Informationen?
Ein weitverbreiteter Fehler von Bewerbern, den ich beobachte, ist, unnötige und nicht relevante Informationen im Lebenslauf zu erwähnen.
Es spielt keine Rolle, welche Grundschule Du besucht hast. Wirklich nicht.
Ausserdem ist es der falsche Ansatz, das Lebenslaufdokument mit unwichtigen Informationen zu füllen, nur damit Du den weissen Platz im Lebenslauf füllst.
Nützlicher für Dich ist es, wenn Du Deine spannenden Hobbys erwähnst und aufzeigst, welche Soft Skills Du mit diesem Hobby schärfst, von dem Dein zukünftiger Arbeitgeber profitieren kann.
Setze sie also in den Kontext und vermeide, das Hobby einzig als Stichpunkt zu erwähnen.
Deinen potenziellen Arbeitgeber interessiert vor allem, wie Du Dich ins Unternehmen einbringen kannst.
Und welche Qualifikationen Du hast. Hier findest Du Tipps für den perfekten Aufbau Deines Lebenslaufs.
Idealerweise wägst Du ab, welche unwichtigen Informationen Du wirklich schwarz auf weiss im Lebenslauf stehen haben möchtest.
Musst Du wirklich alle Kurse, die Du jemals in Deinem Werdegang absolviert hast, in der Liste angeführt werden?
Ich sage klar „nein“. Trenne den Weizen von der Spreu.
Ein Lebenslauf sollte nur jene Informationen beinhalten, die für Deinen Wunschjob relevant sind.
Sprich, jene, durch die Du dem Unternehmen einen Mehrwert bieten würdest, sollte es sich für Dich entscheiden und Dir keine Absage erteilen.
4. Fehlen Dir Qualifikationen?
Wäge gut ab, ob Deine Erfahrungswerte die gewünschten Stellenanforderungen wirklich abdecken.
Man erkennt ziemlich genau, anhand der Copy im Stelleninserat, welche Dinge einfach ein Must-Have für eine erfolgreiche Bewerbung sind.
Und die sind dann einfach nicht verhandelbar. Männer sind bei dem Abgleich zwischen Kompetenzen und Anforderungen oft viel mutiger als wir Frauen.
Du musst nicht alle Anforderungen erfüllen, das tun die wenigsten. Filtere aber heraus, welche Eigenschaften zwingend notwendig sind.
Kannst Du diese nicht vorweisen, spare Dir Deine Kraft für andere Stelleninserate, die besser zu Dir und Deinen Fähigkeiten passen.
Bestimmt gibt es auch Jobs, die besser auf Deine Qualifikationen, Stärken und Fähigkeiten zutreffen.
Vielleicht sogar im gleichen Unternehmen? Fokussiere Dich also auf das, was Du wirklich zu bieten hast.
Wenn Du Dich nämlich für eine Stelle bewirbst, die weit unter Deinen Qualifikationen liegt, ist eine Bewerbungsabsage schon vorprogrammiert.
Solltest Du (warum auch immer), trotz mangelnder Qualifizierung zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden, fällt es spätestens dann auf, dass Du nicht die geeignete Person bist.
Deshalb: Lies die Stellenanzeigen genau durch! Wenn Du 60% der Anforderungen erfüllst, dann stehen Deine Chancen nicht schlechter, als wenn Du 90% der Anforderungen abdeckst. Das konnte eine Studie aufgrund einer Datenauswertung klar beweisen.
5. Falsches Timing im Bewerbungsprozess
Fast alle Stelleninserate sind mit einer Bewerbungsfrist versehen.
Doch auch, wenn diese noch offen ist, kann es sein, dass der Arbeitgeber schon mehrere erstklassige Bewerbungen auf dem Tisch liegen hat.
Das führt dann dazu, dass er die weiteren gar nicht mehr berücksichtigt.
Ja, das ist nicht fair, aber das Leben ist bekanntlich auch kein Ponyhof.\
Daher rate ich Dir, Deine Bewerbungsunterlagen immer zur Hand zu haben, sodass Du keine wertvolle Zeit verlieren musst, Dein Dossier noch zu aktualisieren.
Das kann Dir die ein oder andere Absage ersparen.
Falls Du trotzdem einmal spät dran sein solltest und es sich wirklich um Deinen Traumjob handelt, rufe den Personaler an.
Betone, dass Du Dir bewusst bist, dass Du in letzter Minute von der Stelle erfahren hast.
So hast Du vielleicht noch eine Chance, dank der Empathie des Personalers doch noch ins Bewerbungsverfahren aufgenommen zu werden.
Bleib dran – es kann sich lohnen. Was die Uhrzeit und den Wochentag beim Versenden von Bewerbungen angeht, so schicken die meisten ihre Unterlagen am Montag gegen 11 Uhr.
Du bitte nicht.
6. Utopische Vorstellungen bezüglich Jobs
Bereits im 2. Punkt habe ich Dir ans Herz gelegt, dass Du Dich gründlich mit dem potenziellen Arbeitgeber auseinandersetzt, um keine Absage zu riskieren.
Das gilt auch für Deine Vorstellungen, was den Job an sich und auch Deine Gehaltsvorstellungen betrifft.
Diese werden zwar oft erst im Vorstellungsgespräch gefragt, dennoch kommt es vor, dass Du diese bereits in Deinen Bewerbungsunterlagen offenbaren musst.
Zwar sollst Du Deinen Wert erkennen, aber auch gleichzeitig nicht gewaltig über das Ziel hinausschiessen.
Da Du keine Bewerbungsabsage riskieren willst, bist Du gut beraten, wenn Du folgendes in Erfahrung bringst:
Wie viel verdienen Mitarbeiter in diesem Job, in Deiner angestrebten Position, in der entsprechenden Region und in ähnlichen Unternehmen?
Natürlich sollst Du Deine Berufserfahrung und Deine Qualifikationen nicht unter den Teppich kehren.
Du kannst Dich dazu auch an Gehaltstabellen oder Kollektivverträgen in Deinem Land orientieren.
Weiters ist es auch nicht ratsam, dass Deine Vorstellungen stark von dem tatsächlichen Jobinserat abweichen.
Im Sinne von: Wenn die offene Stelle für 40 Stunden ausgeschrieben ist, Du aber schon vorweg weisst, dass Du nur 20 Stunden Zeit hättest.
Auch, wenn der Job langfristig zu besetzen ist und Du aber weisst, dass Du gar nicht wirklich daran interessiert bist.
Sei Dir bewusst, was der Arbeitgeber verlangt, aber auch dessen, was für Dich passend ist und was Du bieten kannst und willst.
7. Mangelnde Flexibilität
Möchtest Du Dein Risiko auf eine Bewerbungsabsage minimieren?
Dann ist es ratsam, dass Du so flexibel wie möglich bist und gegebenenfalls von starren Vorstellungen abweichst.
Flexibilität gilt laut Umfragen aktuell sowie künftig als einer der wichtigsten Soft Skills.
Das bedeutet nicht, dass Du keine Muss-Kriterien haben sollst oder Dich unter Deinem Wert verkaufen sollst.
Aber vielleicht nimmst Du ja in Kauf, dass Du eventuell einen längeren Arbeitsweg hast oder Du bereit wärst, für Deinen Traumjob umzuziehen.
Wenn das auf Dich zutrifft, bist Du gegenüber Deinen Mitbewerbern klar im Vorteil.
Wenn Deine Lebenssituation es ermöglicht, dass Du flexibel bist, dann sei es.
Ist beispielsweise Deine Familienplanung bereits fortgeschritten, wird es etwas schwieriger mit der geografischen Flexibilität.
Wenn Du beispielsweise als Uniabgänger in einer Stadt wohnst, wo jedes Jahr 500 Personen ihren Abschluss im Sozialbereich machen, mindern sich Deine Chancen.
Bist Du jedoch mobil und flexibel und bewirbst Dich auch in Regionen, wo die Konkurrenz nicht vorweg riesig ist, erhöht das Deine Chancen enorm. Du kannst später, mit etwas mehr Berufserfahrung, noch immer Deinen Standort wechseln.
8. Schlechtes oder gar kein Selbstmarketing?
Damit ist nicht gemeint, dass Du angeben oder prahlen sollst, dass es sich nach Marktgeschrei anfühlt.
Vielmehr geht es darum, dass Du zu Papier bringst, warum gerade Du der richtige Kandidat für die offene Stelle bist. Überzeugen, statt Verkaufen, lautet meine Devise.
Häufig fällt es schwer, in Worte zu fassen, was man eigentlich sagen möchte.
Setze Dich daher schon vorweg gezielt mit Dir selbst auseinander. Du bist toll, qualifiziert und Du schaffst das – Selbstzweifel ade:
Was hast Du zu bieten?
Was bringst Du dem Unternehmen?
Warum passt Du so gut zu dem Job?
Wie transportierst Du das alles optimal durch Deine Bewerbungsunterlagen?
Stellenanzeigen gibt es viele, doch nicht alle passen zu Dir. Sei Dir dessen bewusst.
Du könntest Dir viele Absagen ersparen, wenn Du diesem Punkt hohe Beachtung schenkst.
Denn jede Bewerbungsabsage kratzt am Ego – ob Du willst oder nicht.
Eine Bewerbungsabsage interpretieren wir indirekt mit einer Absage an uns, als Mensch.
Versuch es nicht persönlich zu nehmen und arbeite an Deiner Selbstpräsentation.
Mir ist auch bewusst, dass es nicht immer einfach ist, das Gemeinte in Worte zu fassen. Dabei kann ich Dir gerne weiterhelfen.
Bereit für den Karrieresprung?
Du bist Fach- oder Führungskraft und willst mehr von Deinem Berufsleben als Dienst nach Vorschrift oder Karrierestillstand? Meld Dich zu unserem kostenlosen Online-Training "Karriereplan" an.
Warum kommt meine Bewerbung trotz Aufwand nicht an?
Weil Aufwand nicht gleich Wirkung ist. Viele Bewerbungen sind formal korrekt, erzeugen aber keinen klaren Eindruck davon, warum genau Du für diese Stelle relevant bist. Recruiter entscheiden schnell und nur das, was sofort überzeugt, bleibt im Rennen.
Wie stark beeinflusst die visuelle Wirkung meiner Bewerbung eine Absage?
Sehr stark. Unübersichtliche Layouts, zu viel Text oder fehlende Struktur führen dazu, dass Inhalte gar nicht erst gelesen werden. Wenn der erste Eindruck nicht überzeugt, kommt der zweite nicht zustande.
Kann ein Standardanschreiben wirklich ein Absagegrund sein?
Ja. Allgemeine Anschreiben ohne klaren Bezug zur Stelle signalisieren Desinteresse oder Beliebigkeit. Unternehmen erwarten keine Romane, sondern eine klare Antwort auf die Frage, warum Du genau dort arbeiten willst.
Warum sind zu viele Informationen im Lebenslauf problematisch?
Weil sie den Fokus verwässern. Recruiter suchen keine vollständige Biografie, sondern relevante Erfahrungen für die ausgeschriebene Rolle. Alles, was nicht einzahlt, erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Absage.
Wann führt fehlende Qualifikation direkt zur Bewerbungsabsage?
Wenn zentrale Anforderungen der Stelle nicht erfüllt sind. Besonders sogenannte Must-haves werden kaum verhandelt. Wer diese ignoriert oder schönredet, wird meist aussortiert.
Kann der Zeitpunkt meiner Bewerbung eine Absage verursachen?
Ja. Oft sind Stellen faktisch bereits intern oder extern vorentschieden, obwohl sie noch online sind. In solchen Fällen haben neue Bewerbungen kaum noch eine reale Chance.
Weil sie Zweifel an Deiner Passung auslösen. Wenn Deine Vorstellungen zu Rolle, Gehalt oder Arbeitsweise deutlich vom Stellenprofil abweichen, entsteht der Eindruck mangelnder Auseinandersetzung mit dem Job.
Inwiefern ist fehlende Flexibilität ein Absagegrund?
Starre Rahmenbedingungen schränken Deine Einsetzbarkeit ein. Unternehmen vergleichen Profile und entscheiden sich häufig für Kandidat*innen, die fachlich passen und gleichzeitig anpassungsfähig sind.
Welche Rolle spielt Selbstmarketing bei Bewerbungsabsagen?
Eine zentrale. Wenn nicht klar wird, welchen konkreten Mehrwert Du bringst, bleibt Deine Bewerbung austauschbar. Fachliche Kompetenz allein reicht nicht, wenn sie nicht klar positioniert ist.
Was kann ich konkret aus einer Bewerbungsabsage lernen?
Eine Absage ist ein Hinweis auf Optimierungspotenzial, nicht auf Deinen Wert. Wer Unterlagen, Positionierung und Erwartungshaltung überprüft, reduziert Absagen systematisch statt sie persönlich zu nehmen.
Über Selma Kuyas
Selma Kuyas ist 2-fache LinkedIn Top Voice Expertin für Personal Branding und digitale Sichtbarkeit von Unternehmensinhabern und C-Level Executives. Sie berät Firmen im Aufbau von Corporate Influencer Strategien als Employer Branding Massnahme. Weiter unterstützt sie mir der Karriereformel GmbH, gemeinsam mit Frédéric Mathier Fach- und Führungskräfte in der Karriereplanung.
Selma Kuyas ist gefragte Expertin in bekannten Online Medien wie Spiegel Online, STRIVE Magazin, Handelszeitung, Manager Magazin, SRF, Blick und steht als Keynote Speakerin auf internationalen Bühnen.
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