Eine
Studie der Statistik Austria versuchte 2021 diese erheblichen Lohnunterschiede zwischen Mann und Frau zu ergründen. Sie legte offen, dass nur ein Drittel des Gender Pay Gaps “begründet” werden kann.
Aufgelistet wurden dabei Alter, Beruf, Branche, Arbeitsdauer im Unternehmen und Dauer der Arbeitszeit. Gleichzeitig heisst das aber auch, dass zwei Drittel des Gehaltsunterschieds nicht faktisch begründet werden kann.
Vielfach ist es so, dass Frauen nach wie vor für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verantwortlich sind. Wenn sie Kinder haben, arbeiten sie oft nur Teilzeit.
Oftmals arbeiten sie auch in Branchen oder Jobs, die ohnehin schon schlecht bezahlt sind. Die Hürden am Arbeitsmarkt beginnen für das weibliche Geschlecht schon beim Bewerben.
Sie sind in Führungspositionen untervertreten und ziehen
auch bei den Gehaltsverhandlungen oft den Kürzeren.
Der Grund dafür liegt meiner Meinung nach darin, dass wir Frauen gerne Harmonie herstellen. Es entspricht nicht unserer Natur, um jeden Cent in einer Verhandlung feilschen zu müssen.
Indem sich Frauen häufig um die Kinderbetreuung und den Haushalt kümmern, oder Angehörige pflegen, leisten sie viel häufiger unbezahlte Arbeitsstunden – die sogenannte Care-Arbeit.
Das bedeutet natürlich, dass sie weniger Zeit haben, einem bezahlten Job nachzugehen. Wenn, dann ist dies mit viel mehr Stress und organisatorischem Aufwand verbunden als für Männer, da sich diese oft von den häuslichen Pflichten entziehen.
In Berufen mit Niedriglöhnen ist der Frauenanteil beispielsweise in Deutschland noch immer hoch:
Schaut man hingegen auf die Verteilung der Führungspositionen in diesen Berufen, zeigt sich, dass er bei Männern 13 Prozent und bei Frauen nur 7 Prozent ausmacht.
Bei der Wahl der Studiengänge macht sich bemerkbar, dass hier noch immer geschlechtsspezifische Stereotype eine Rolle spielen:
Der Anteil an Studienanfängerinnen in MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) ist seit dem Jahr 2000 nicht über 30 Prozent gestiegen.