Laut einer österreichischen Statistik waren magere 9 Prozent der Führungspositionen bei den 200 umsatzstärksten Betrieben von Frauen besetzt.
Selbst, wenn der Frauenanteil damit auf dem Höchststand ist, ist die Zahl noch äusserst gering. In Deutschland betrug der Prozentsatz 11,5 Prozent (2020) und in der Schweiz 8,8 Prozent (2018).
Warum sind so wenige Frauen in Führungspositionen?
Auf Strukturebene liegt das an der konservativen Einstellung der Führungsebene an sich. Schliesslich sind das gleichzeitig diejenigen, die für das Recruiting zuständig sind. Nach wie vor gibt es viele Vorurteile und Klischees.
Am Ende des Tages liegt es in der Verantwortung des Managements oder er Geschäftsleitung, ob sie ein ausgewogenes Verhältnis an weiblichen und männlichen Führungskräften fördern will.
Das Argument, es gäbe zu wenige oder keine gut ausgebildeten weiblichen Führungskräfte, ist im Jahre 2022 keine Ausrede mehr.
Unbewusste Stereotypen, wie etwa Sensibilität, Gerechtigkeitssinn, Fürsorge und Emotionalität werden Frauen zugesprochen.
Wir werden selten mit männlichen Stereotypen in Verbindung gebracht, die es ebenfalls für gute Führungsqualität braucht.
Dazu zählen: Durchsetzungsvermögen, Härte, Dominanz und Selbstvertrauen. Weiters besteht die Angst, dass gerade junge Frauen sich irgendwann der Familienplanung widmen und den Fokus weniger auf der Karriere und den Unternehmenszielen haben könnten.
In einem modernen Zeitalter sollte jedoch niemand mehr “das ist typisch männlich” oder “das ist typisch weiblich” sagen.
Abgesehen davon trägt genau der Mix aus weiblichen und männlichen Attributen zu einem gelingenden Team bei – Stichwort Diversität. Denn, was nützt eine Person im Unternehmen, die nur aus Härte, Dominanz und Durchsetzungsvermögen besteht?